Ergebnisse

Durch die Schlaganfallzentren Klinikum München-Harlaching und Universitätsneurologie Regensburg wurden seit Projektbeginn über 42.000 Telekonsile durchgeführt. In 2014 wurden über 5.500 telemedizinische Beratungskonsile geleistet, diese Anzahl an Telekonsilen erreicht weltweit kein anderes Netzwerk. Dabei erhalten 800 Patienten pro Jahr mit Hirninfarkten nach telekonsiliarischer Indikationsstellung eine medikamentöse Gerinnselauflösung (sog. systemische Thrombolyse). Die in 2013 durchgeführten 801 systemischen Lysen entsprachen einer Lyserate von 16,9% aller ischämischen Schlaganfälle, welche der Rate auf überregionalen Stroke Units in etwa entspricht. Die Sicherheit der Thrombolysetherapie gemessen an Hirnblutungen und Krankenhausmortalität entsprach dabei den Ergebnissen aus erfahrenen Zentren bzw. der aus großen klinischen Studien.

Gemessen an etablierten Qualitätsindikatoren konnten in den regionalen Kliniken neben der Lysetherapie auch die Qualität der gesamten Schlaganfalltherapie verbessert werden. Mehr Patienten erhalten eine frühe Diagnostik (z.B. Computertomographie), spezifische Therapie und frühe rehabilitative Behandlung.

Anzahl der Lysen pro Jahr

Die telemedizinische Beratung hat daneben dazu beigetragen, dass sowohl Ursachen von schlaganfallähnlichen Erkrankungsbildern als auch spezielle, einer operativen bzw. interventionellen Behandlung bedürftige Schlaganfallsubtypen häufiger bzw. früher erkannt und einer entsprechenden Therapie zugeführt werden.

In einem krankenhausbasierten Vergleich zwischen fünf TEMPiS-Kliniken mit fünf vergleichbare Versorgungskliniken ohne Netzwerkanbindung der gleichen Region hat sich für Patienten der TEMPiS-Krankenhäuser eine Prognoseverbesserung für Sterblichkeit, Pflegeheimversorgung und schwere Behinderung gezeigt.

Die Wahrscheinlichkeit für ein derart zusammen gefasstes schlechtes Behandlungsergebnis wurde um 37% verringert. Dies konnte ohne Steigerung von Krankenhausverlegungen bei gleichzeitig signifikanter Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes erreicht werden.
Da sich auch eine deutliche Reduktion der Pflegeeinstufungen ergab, ist durch die kostengünstige Vernetzung unterschiedlicher Versorgungsstufen mit einer Reduktion der gesundheitsökonomischen Gesamtkosten zu rechnen.